Marktbericht Oktober 2025
Marktbericht Oktober 2025 – von Plettenberg, Conradt & Cie. Family Office AG
Abgesehen von den Kryptowährungen entpuppte sich der Oktober für Risikoanlagen als „Goldener Oktober“, was sogar im doppelten Sinne auf das Edelmetall Gold selbst zutraf. Außer deutsche Aktien, die erneut seitwärts tendierten, legten die Börsen getrieben von guten Unternehmenszahlen, einer weiteren geldpolitischen Lockerung in den USA, eines fortgesetzten KI-Booms und eines vermutlich einjährigen Waffenstillstands im Handelskrieg zwischen den USA und China zwischen rund + 2 % bis gut + 4 % zu. Absolute Spitze war allerdings der japanische Aktienmarkt mit einem Monatsgewinn von fast + 17 % (!). Die Edelmetalle Gold und Silber stürmten umso rasanter auf neue Allzeithochs als der sogenannte „Debasement“-Trade Fahrt aufnahm, bevor dann zu Beginn der zweiten Oktoberhälfte beide Edelmetalle zunächst scharf korrigierten. Trotzdem verblieb am Monatsende bei Gold und Silber ein Gewinn von rund + 4 %, während der Bitcoin rund – 4 % und Ethereum über – 7 % verloren.
Die zuletzt gewaltigen Investitionsankündigungen in KI-Infrastruktur befeuerten die Sorgen, ob der Boom schon blasenhafte Ausmaße angenommen hat oder erst am Beginn steht. Zumindest kurzfristig wurden Anfang November gewisse Ermüdungserscheinungen sichtbar. Die Aktien einiger hoch bewerteter Firmen wie Palantir, die in den letzten Monaten bereits stark gestiegen waren, konnten trotz guter Quartalsergebnisse zunächst nicht mehr weiter zulegen. Wir neigen der Einschätzung zu, dass aktuell „nur“ ein Luftholen geschieht, bevor der KI-Boom wieder Fahrt aufnimmt. Am Ende wird sehr wahrscheinlich eine Blase platzen, deren Saat aktuell mit den enormen Investitionssummen und zunehmend intransparenten Finanzierungen gelegt wird. Wie lange das „Spiel“ noch weitergehen kann, ist schwer zu prognostizieren. Der ehemalige US-Notenbank-Chef Alan Greenspan warnte bereits Ende 1996 vor einer übermäßigen Übertreibung. Tatsächlich schwoll die damalige Internet-Blase noch weitere drei Jahre an, bevor sie zerbarst.
Zwischen 1980 und 2024 notierte der S&P 500 21-mal per Ende Oktober mit mehr als + 10 % im Plus. Anschließend erzielte der Index in den beiden Schlussmonaten im Durchschnitt einen weiteren Zugewinn von + 4,9 %. Nur in zwei Fällen (1986 und 1988) kam es zu einem geringen Kursrückgang. So schlecht aktuell auch die Stimmung ist, wir würden aktuell noch nicht daraufsetzen, dass 2025 im Vergleich zu den Jahren 1980 bis 2024 ein statistischer Ausreißer wird. Kurzfristig benötigt der Markt nun aber Signale, die Zweifel am KI-Boom zerstreuen (Nvidia-Zahlen am 19. November?) und die Zinssenkungshoffnung für den Dezembertermin der US-Notenbank wiederbeleben.

