Marktbericht November 2025
Zunehmende Sorgen über das Platzen einer möglichen KI-Blase, zunächst schwindende Hoffnungen auf eine US-Zinssenkung im Dezember und Befürchtungen über ein Abgleiten der US-Wirtschaft in eine Rezession, schickten die Börsen bis zu Beginn des letzten Monatsdrittels auf Talfahrt. Zahlreiche Sentiment-Indikatoren notierten so tief wie zuletzt im April und insbesondere Trendaktien der vergangenen Wochen zeigten Korrekturen wie in einem Bärenmarkt, obwohl sich die Indizes immer noch im Dunstkreis ihrer diesjährigen Jahres- bzw. Allzeithochs bewegten. Die Erwartung, dass im traditionell freundlichen November die typische Jahresendrallye ihren Lauf beginnt und sich der erfreuliche Trend der Vormonate fortsetzt – wie es statistisch zu erwarten wäre –, bekam ernste Risse.
Die US-Börse war gemessen am S&P 500 auf dem besten Weg, den schlechtesten November seit der Finanzmarktkrise 2008 abzuliefern. In der Spitze notierte der Index rund – 5 % tiefer als zu Monatsbeginn und fiel erstmals seit 138 Tagen unter seine 50-Tages-Linie. Gleichzeitig stieg die Volatilität (VIX) auf das höchste Niveau seit Ende April. In der letzten Novemberwoche starteten die Börsen dann eine Aufholjagd, die möglicherweise sogar Ausgangspunkt einer typischen Jahresendrallye wird. Eine Zinssenkung im Dezember gilt wieder als fast sicher, zuletzt veröffentlichte US-Wirtschaftsdaten fielen für die Märkte beruhigend aus und mit Alphabet erwächst ein neuer Star am KI-Himmel.
Insgesamt endete der November für die meisten Börsen der Industrieländer fast unverändert. Auf der Anleihen- und Währungsseite verlief der Monat im Wesentlichen unspektakulär. Große Bewegungen gab es hingegen bei Edelmetallen und Kryptowährungen. Der Goldpreis stieg mit + 5,4 % außergewöhnlich stark, während Silber mit einem Zuwachs von fast + 16 % sogar auf einem neuen Allzeithoch den Monat beendete. Hingegen erlebten Kryptowährungen trotz einer gewissen Erholung Ende November einen der schwächsten Monate seit dem Krypto-Winter 2022. Der Bitcoin verlor auf Monatssicht fast – 17 % und Ethereum sogar über – 21 %. Die Folgen des „Krypto-Crashs“ im Oktober scheinen immer noch nachzuwirken.
Die Chancen für eine Jahresendrallye an den Aktienmärkten stehen Anfang Dezember gut. Potenzielle Risikofaktoren bleiben der US-Zinsentscheid am 10. Dezember, die Zinsentscheidung der japanischen Notenbank am 18. Dezember, eine militärische Eskalation zwischen den USA und Venezuela sowie neue Zweifel am KI-Boom.

