Marktbericht März 2026

Das erste Quartal 2026 war aus Sicht der Kapitalmärkte das schwächste seit 2022. Hauptursache war die militärische Eskalation im Nahen Osten im März, die Inflationsängste verstärkte, Zinssenkungserwartungen zunichtemachte und neue Rezessionssorgen auslöste. In der Folge kam es zu einem ausgeprägten „Risk-Off“-Modus, der nahezu alle Anlageklassen betraf – mit Ausnahme einiger Energierohstoffe. Klassische 60/40-Portfolios verzeichneten im März mit rund –5 % den größten Verlust seit September 2022, da Anleihen aufgrund steigender Renditen erneut ihre Diversifikationsfunktion verloren.

Politisch steht insbesondere der anhaltende Konflikt zwischen den USA und dem Iran im Fokus. Die Blockade der Straße von Hormus zeigte, dass die Auswirkungen weit über Öl und Gas hinausgehen. Betroffen sind zentrale Vorprodukte wie Düngemittel, Helium für die Halbleiterindustrie oder Schwefelsäure für den Kupferabbau. Zudem drohen massive Störungen globaler Lieferketten, vor allem in Asien. Ob die angekündigte Waffenruhe Bestand hat, ist weiterhin ungewiss.

Ökonomisch mehren sich die Warnsignale. Der IWF spricht von einem globalen, asymmetrischen Schock mit höheren Preisen und geringerem Wachstum. Für Deutschland wurde die Wachstumsprognose für 2026 von 1,3 % auf 0,6 % halbiert. Viele aktuell veröffentlichte Konjunkturdaten spiegeln die jüngsten Entwicklungen noch nicht wider.

An den Märkten zeigte sich im März ein klarer Trend: Aktien weltweit verloren deutlich, besonders stark in export- und energieabhängigen Regionen wie Deutschland, Japan und den Schwellenländern. Rohstoffe verzeichneten dagegen kräftige Gewinne, allen voran Brent-Öl mit +45 %. Die steigenden Energiepreise trieben die Inflationserwartungen und sorgten für deutliche Zinsanstiege bei Staatsanleihen. Der US-Dollar profitierte als sicherer Hafen, Kryptowährungen zeigten sich überraschend stabil, nachdem sie zu Jahresbeginn noch deutlich nachgaben.

Der Ausblick bleibt äußerst unsicher. Optimisten hoffen auf eine nachhaltige Entspannung und eine Fortsetzung des KI-getriebenen Wachstums. Pessimisten hingegen warnen vor unterschätzten Inflations- und Konjunkturrisiken und rechnen mit neuen Jahrestiefs an den Aktienmärkten. Wir würden aktuell beiden Szenarien eine 50:50 Chance einräumen, solange es keine Klarheit im Iran-Konflikt gibt.

Ergänzend finden Sie im Marktbericht einen Gastbeitrag von Celine Nadolny (Book of Finance). Sie bespricht Rainer Zitelmanns neues Buch „Weltraumkapitalismus“, welches vor dem Hintergrund des angekündigten Börsengangs von Space X hochaktuell ist.

 

260421 – Marktbericht März