Marktbericht Juni 2025
Marktbericht Juni 2025 – von Plettenberg, Conradt & Cie. Family Office AG
Trotz zahlreicher (geo-)politischer Unsicherheiten haben sich die wirtschaftlichen Perspektiven zuletzt aufgehellt. Der Anfang Juli veröffentlichte sentix Konjunkturindex signalisiert, dass der globale Aufschwung an Breite gewinnt.
Per Ende Juni notieren die Aktienmärkte (S&P 500, EuroStoxx 50, Nikkei 225) nahe oder auf Rekordhoch und an den Rentenmärkten sind die Risikoaufschläge wieder historisch niedrig. Beides signalisiert zur Jahresmitte eine „heile Welt“. Dabei war das 1. Halbjahr bzw. 2. Quartal 2025 alles andere als ruhig. Der deutsche Aktienindex DAX markierte im 2. Quartal sowohl sein bisheriges Jahrestief und -hoch (per 30. Juni 2025) mit 18.490 und 24.479 Punkten. Die daraus resultierende Handelsspanne von annähernd 6.000 Punkten ist die höchste in der Geschichte des Index. Dass es allerdings womöglich trotz positiver Halbjahresbilanz an anderer Stelle „unter der Oberfläche“ brodelt, zeigen eine Reihe weiterer Entwicklungen an den Kapitalmärkten.
Bei genauer Betrachtung ist die enorme Minderperformance von – 10 % bis – 15 % der US-Aktienmärkte gegenüber dem EuroStoxx 50 und dem MSCI Emerging Markets auffällig. Seit 2009 war in der Regel das Gegenteil der Fall. Der US-Dollar hat mit einem Verlust von fast – 14 % seit Jahresanfang gegenüber dem Euro immerhin den stärksten Absturz seit 1973 erlebt. Ebenso legten Gold und Silber in US-Dollar mit gut + 25 % rasant zu. Vor allem Notenbanken traten verstärkt als Käufer auf und Ende Juni wurde bekannt, dass Gold nun den Euro als zweitwichtigste Reservewährung der Notenbanken überholt hat. Der Silberpreis stieg im Juni auf ein 13-Jahres-hoch. Ebenso stabilisierte sich der Bitcoin im Juni nur wenige Prozentpunkte unterhalb seines bisherigen All-zeithochs. Der gesamte Krypto-Sektor erhielt im Juni vom sogenannten „GENIUS Act“ in den USA Rückenwind. Damit wird die Gesetzgebung zur Legitimierung und Verbreitung von (US-)Stablecoins zusammengefasst, die perspektivisch eine wichtige Rolle bei der Refinanzierung der US-Schulden spielen könnten.
Für die Marktentwicklung in den nächsten Wochen dürften aus heutiger Sicht vor allem drei Punkte von Relevanz sein:
- Die „tatsächliche“ Umsetzung der von US-Präsident Donald Trump angekündigten Zölle ab dem 1. August 2025,
- die Berichterstattung der Unternehmen zum 2. Quartal 2025 sowie
- die weitere Politik der US-Notenbank bzw. deren Führung.
Saisonal stehen kurzfristig mit den Monaten August und September schwierige Monate vor der Tür. Zudem steigt nach der relativ langen Aufwärtsphase das Risiko für eine (kleine) Abwärtsbewegung. Mittelfristig orientieren wir uns trotz der aktuellen „Störgeräusche“ zunächst weiter an der Statistik und dem Geldmengenwachstum. Bei beiden Faktoren steht die Ampel zur Zeit auf „grün“ für mittelfristig weiter steigende Kurse von Risikoassets.

