Marktbericht Januar 2026
Marktbericht Januar 2026 – von Plettenberg, Conradt & Cie. Family Office AG
Der Jahresauftakt an den Kapitalmärkten verlief trotz erheblicher geopolitischer Spannungen überraschend robust. US-Präsident Trumps aggressive Außen- und Innenpolitik – darunter militärische Drohgebärden, Angriffe auf die US-Notenbank, neue Zolldrohungen sowie innenpolitische Blockaden – prägte die globale Stimmung, ohne jedoch die Marktentwicklung wesentlich zu bremsen. Während die politischen Risiken hoch blieben, zeigte sich die Weltwirtschaft widerstandsfähig.
Besonders auffällig waren extreme Marktbewegungen bei Edelmetallen: Gold und Silber erreichten neue Allzeithochs, bevor sie ausgelöst durch Trumps Nominierung von Kevin Warsh als potenziellem Fed-Chef massiv einbrachen. Diese Nachricht führte kurzfristig zu einer Neubewertung der Geldpolitik und Wiedererstarkung des US-Dollars. Gleichzeitig beginnt der Markt, mögliche Zinssenkungen ab dem Frühsommer einzupreisen, gestützt durch Warshs optimistische Haltung gegenüber KI‑bedingten Produktivitätseffekten.
Die Aktienmärkte schlossen den Januar weltweit überwiegend im Plus und erfüllten damit den Januar-Indikator, der ein freundliches Börsenjahr signalisiert. Schwellenländer und Value-Aktien erwiesen sich als klare Gewinner, profitieren von einem schwachen US-Dollar, steigenden Rohstoffpreisen und Fortschritten in globalen Handelsabkommen. Im Gegensatz dazu gerieten US-Technologieaktien stark unter Druck: hohe KI-Investitionen, Zweifel an künftigen Erträgen und Sorgen vor technologischer Disruption führten zu ungewöhnlich negativen Marktreaktionen, trotz überwiegend solider Geschäftszahlen. Das neue Schlagwort FOBO („Fear of Becoming Obsolete“) beschreibt die zunehmende Angst vor der Verdrängung etablierter Geschäftsmodelle durch KI-Technologien.
Die Anleihemärkte blieben stabil mit niedrigen Risikoaufschlägen, ein Zeichen für geringe systemische Stressfaktoren. Im Gegensatz dazu setzten Kryptowährungen ihren negativen Trend fort und verzeichneten den vierten Monat in Folge Verluste, bedingt durch politische Unsicherheit und das Fehlen neuer positiver Impulse.
Insgesamt zeichnet sich trotz politischer Turbulenzen ein konstruktives Marktumfeld ab. Weltweit wird für 2026 ein solides wirtschaftliches Wachstum wie im Vorjahr erwartet.
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