Marktbericht Dezember 2025 / Ausblick 2026
Die letzten Wochen des Jahres waren vereinfacht zusammengefasst ein Abbild des Gesamtjahres. Die „Gewinner“ konnten ihre Zuwächse ausbauen, während die (wenigen) „Verlierer“ weiter nachgaben. Eine klassische Weihnachtsrallye wurde allerdings an den Märkten mehrheitlich nicht wahrgenommen, da die dominierenden US-Indizes im Dezember wie im Gesamtjahr zurückblieben und „gemischt“ abschlossen. Während zyklische (Value-)Titel fast einen Prozentpunkt zulegen konnten (Dow Jones), konsolidierten Technologietitel weiter (NASDAQ Composite ca. – 0,5 %), da häufiger hinterfragt wurde, ob der aktuelle KI-Boom die Kurse vieler „Highflyer“ nicht bereits zu hochgetrieben hat. Der DAX und der EuroStoxx 50 gewannen im Dezember über +2 % und der Schwellenländerindex von MSCI legte sogar fast 3 % zu. Der EuroStoxx 50 beendete den Dezember und damit auch das Jahr 2025 auf Allzeithoch.
Auf der Zinsseite stiegen die Renditen für 10-jährige deutsche und US-Staatsanleihen leicht. Bestimmend waren hierfür einerseits insgesamt Wirtschaftsdaten, die keine Rezessionssorgen befeuerten, und andererseits eine unverändert expansive Fiskalpolitik der USA und europäischen Länder. Zudem kamen erste Spekulationen auf, dass der nächste Zinsschritt der EZB eher eine Leitzinserhöhung sein könnte und die US-Notenbank nach der absehbaren Zinssenkung im Dezember zumindest kurzfristig (Januar 2026) keinen weiteren Zinssenkungsschritt vollziehen wird.
Bei den Edelmetallen kam es im Dezember zu einem Jahresendfeuerwerk, während der Goldpreis „nur“ verhaltene + 2,5 % anstieg, aber kurz nach Weihnachten erstmals auf über 4.500 US-Dollar anstieg, „explodierten“ die Notierungen von Silber, Platin und Palladium förmlich. Silber stieg in der Spitze bis auf knapp 83 US-Dollar. Zum Jahresschluss bedeuteten gut 71 US-Dollar immer noch einen Monatszuwachs von über + 26 % (!). Zu den wenigen Verlierern im Dezember zählten der US-Dollar. und die Kryptowährungen.
Gemäß dem vierjährigen US-Präsidentschaftszyklus befinden wir uns 2026 im sogenannten Zwischenwahljahr. Dieses weist historisch die schwächsten Jahresgewinne auf und zeigt im Durchschnitt die größten unterjährigen Rücksetzer. Eine Besonderheit ist 2026 allerdings, dass es sich hierbei um Trumps insgesamt 6. Jahr als US-Präsident handelt. Seit 1950 gab es in den USA sechs Mal einen Präsidenten mit einem sechsten Amtsjahr. In keinem dieser Fälle endete der Markt niedriger. Die durchschnittliche Jahresrendite liegt bei knapp 21 % und der Median bei gut 14,5 %. Damit wäre „Jahr 6“ unter den stärksten Einzeljahren des Präsidentschaftszyklus.

